Der
vorliegende Band über den Nordwesten Niedersachsens zeigt sehr
anschaulich die Stärke und insbesondere die wirtschaftliche Leistungskraft
dieser Region, aber auch die Vielfalt und Breite der Aktivitäten
in diesem Lebensraum. Die beiden Industrie- und Handelskammern Oldenburg
und Ostfriesland-Papenburg haben sich der verdienstvollen Aufgabe
gewidmet, die Beiträge für diese ansehnliche Wirtschaftsmonographie
zusammenzustellen.
Der Nordwesten verfügt über starke Branchen
mit guten Aussichten. Markante Beispiele sind die Ernährungsindustrie,
der Flugzeugbau, der Automobilbau, die Biotechnologie sowie die Ems-
und Weserhäfen mit ihren gewerblichen Schwerpunkten.
Aus dem Blickwinkel der Raumordnung und Regionalentwicklung
prägen die Oberzentren mit unterschiedlichen Schwerpunkten in
Oldenburg und Wilhelmshaven die Region, hinzu kommt eine große
Anzahl von kräftigen Mittelzentren, die viele Standorte, Investitionschancen
und Lebensmöglichkeiten bieten. Und: Hier im Nordwesten ist Niedersachsen
mehr als anderswo ein Land an der Küste, ein Land der Häfen
mit einem Schiffbaukompetenzknoten in Ostfriesland und dem deutschen
Standort für einen Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven.
Die Verkehrsinfrastruktur im Nordwesten wird kontinuierlich
verbessert. Jahrzehntelange und unablässige Arbeit hat schließlich
dazu geführt, dass der Nordwesten auch mit Autobahnen erschlossen
werden kann. Wir werden uns gemeinsam mit unseren Nachbarn in den
Niederlanden und in Bremen darum bemühen, die wichtigsten Verkehrsachsen
wie die A 1, die A 31, eine spätere Küstenautobahn und wichtige
Schienenstrecken weiter auszubauen und zu entwickeln. In Gesprächen
mit der Deutschen Bahn AG setzt sich das Land dafür ein, die
Anbindung des Nordwestens an das Fernverkehrs-Schnellfahrnetz der
Deutschen Bahn aufrecht zu erhalten und zu verbessern.
Für die weitere erfolgreiche Entwicklung des
Nordwestens ist die bewährte Zusammenarbeit der Industrie- und
Handelskammern in Bremen, Nordwest-Niedersachsen und im Nordosten
der Niederlande ein guter Garant. Im Rahmen der gemeinsamen Arbeit
in der Neuen Hanse Interregio, die von den niedersächsischen
Handelskammern und den benachbarten Kammern in Bremen und Holland
aktiv getragen und begleitet wird, ist der Nordwesten des Landes ein
Kernraum.
Landesentwicklungspolitik ist eine Strategie im
Gegenstrom zwischen Wirtschaft und Kommunen, zwischen der Region und
dem Land. Auf diese Weise sind Gemeinschaftsprojekte wie der ECO-Park
Cloppenburg als Leitprojekt der gemeinsamen Landesplanung Bremen-Niedersachsen
realisiert worden. Auch im Zusammengehen der Gebietskörperschaften
im Einzugsbereich Wilhelmshaven gibt es gute Ansatzpunkte für
Gemeinsamkeiten.
Gerade Großprojekte erfordern eine Zusammenarbeit
der umliegenden Gebietskörperschaften. Manche Projekte funktionieren
überhaupt nur länderübergreifend, das gilt für
das Konzept der ChemCoast-Pipeline genauso wie für den Weser-Ausbau
oder den Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven.
Dies bedeutet, dass der Nordwesten auch mit Begleitung
des Landes und der Landesregierung großräumig kooperieren
muss: wirtschaftlich mit den Industrie- und Handelskammern der Nachbarn,
hafenpolitisch unter einem Dach der Post Promotion Agency, in der
Imagewerbung unter dem Dach des Regionalmarketings für den Wirtschaftsraum
Weser-Jade.
Für einen starken Nordwesten brauchen wir ein
Miteinander der kommunalen und der staatlichen Wirtschaftsförderung.
Ein wirklich leistungsfähiges Regionalmanagement durch die Bezirksregierung
ist nur mit Unterstützung der Kammern und Verbände, der
Unternehmen und der Gebietskörperschaften möglich.
Wer diesen Band liest, wird den Eindruck gewinnen,
dass der Nordwesten eine sehr aktive Wirtschaftsregion ist. Ich danke
den Autoren und Herausgebern für diese wichtige Veröffentlichung
und wünsche dem Leser viel Spaß bei der Lektüre. |
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Autor:
Sigmar Gabriel, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen
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